Montag, 25. November 2013

Sextoy Episode 2: Angriff des Silikons

Vor gar nicht allzu langer Zeit beschrieb ich hier dass man sich hervorragend eigenes Sexspielzeug drucken kann. Das Ergebnis was dabei jedoch herauskam war nur so "naja" und es kamen viele Fragen auf, ob das mit der Acrylfarbe denn so gesund sei und ob das nicht doch immer noch etwas rau sei als Oberfläche.

Also wurde nochmal eine neue Version gedruckt. Da wir im Hackspace inzwischen buntes Plastik zum drucken haben, fällt die Verwendung von Farbe schon einmal komplett weg. Das STL für den Drucker gibt es immer noch bei Makerlove frei verfügbar und die Druckzeit hat sich auch nicht verändert. Nach 3 Stunden hatte ich diesmal also einen neuen schwarzen Stöpsel. Soweit alles nichts neues.

Nun wurde diesmal um die Oberfläche glatt zu kriegen für zwei Cent mitgedacht und es wurde Gießsilikon verwendet. Dieses wird auch zur Herstellung von Backformen verwendet und ist daher Lebensmitteltauglich und deshalb wohl auch dazu geeignet in den Körper gesteckt zu werden. Also eine kleine Menge angemischt, drübergekippt, geschaut dass keine Löcher vorhanden sind und alles bedeckt ist und gewartet.

Aber es wäre ja nicht weiter berichtenswert wenn das so einfach wäre. Wenn man den Plug mit Silikon irgendwo in die Ecke stellt und wartet bis das Silikon trocken ist, hat man unten am Fuß eine dicke Schicht Silikon und oben eine sehr dünne Schicht. Diese Schicht ist so dünn gewesen, dass sie mit leichtem Druck mit Fingern abgerieben werden konnte und daher wohl nicht für  benutzbar ist.

Als Lösung des Problems muss man also die Trockenzeit reduzieren, da somit das Silikon nicht so weit am Plug herunterfliessen kann. Also wurde der Heißluftfön herausgeholt und auf ca 200°C gestellt und geföhnt. Dadurch wurde die Trockenzeit von mehreren Stunden auf ca. 5 Minuten Föhnen von allen Seiten reduziert.

Trockenzeitverkürzung
Hierbei erhält man eine Silikonschicht die nicht mehr einfach abgerieben wird, da diese dicke ist. Allerdings sollte man hier mit dem Fön aufpassen, da dieser natürlich auch das Silikon wegpustet wenn man zu nah ran geht oder nur auf einen Punkt hält. Dies ist mir bei der zweiten Schicht passiert, da ich einfach zur Sicherheit noch eine Schicht haben wollte. Die Oberfläche bleibt trotz den Silikonwellen weiterhin glatt, es sieht halt nur nicht mehr so schön aus wie bei einer gleichmäßigen Schicht.

fertiges Produkt
Im Vergleich mit dem ersten Plug schneidet der mit Silikon überzogene dann doch erheblich besser ab. Er gleitet angenehmer rein und raus und man hat nicht die Frage im Kopf, ob das jetzt auch wirklich nicht ungesund ist was man hier tut. Hierbei ist es ganz wichtig, darauf zu achten, dass keine Gleitmittel auf Silikonölbasis benutzt werden, da dieses dass Silikon auf dem Plug wieder auflöst.  Das Silikon und das Plastik sind relativ hitzebeständig (Das Plastik kann wohl durchaus weich und verformbar werden, siehe hier wo das jemand ausprobiert hat.) und daher ist es auch problemlos möglich den Plug abzukochen.